Ehrung von langjährigen Parteimitgliedern der Rhein-Sieg-SPD

Unterbezirk


Ulrich Galinsky, Vorsitzender Ortsverein


Die SPD ehrt ihre langjährigen Mitglieder nach 25, 40 und 50 Jahren, danach für weitere 10 Jahre jeweils mit einer Dankesurkunde und einer Anstecknadel. Der Ortsverein Neunkirchen-Seelscheid führt die Ehrung seiner Mitglieder einmal im Jahr im Rahmen einer dem Anlass gebührenden Veranstaltung durch.
 
Nach dem Verbot der SPD durch die Nationalsozialisten gründete sich am 05.09.1945 der Ortsverein der „S.P.D. Seelscheid-Neunkirchen“. Aus diesem Grund – zum 75-jährigen Bestehen – lud am 05.09.2020 der Ortsverein zu einer Kabarettveranstaltung in das Kunsthaus Seelscheid an der Bergstraße. Im Jahr 2020 standen sieben Ehrungen an, die ich als Ortsvereinsvorsitzender im Beisein des Bundestagsabgeordneten und Kreisvorsitzenden Sebastian Hartmann bei dieser Veranstaltung durchführen konnte.

Die Durchführung der Veranstaltung war im Spätsommer 2020 unter bestimmten Bedingungen zulässig. Der Kreisverband Rhein-Sieg der SPD verzichtete aber aufgrund von Corona auf die Planung einer Veranstaltung und holte diese am 07.11.2021 nach. Geehrt werden sollten diejenigen, die im Jahr 2020 50 und 60 Jahre Mitglieder der SPD waren.

Der Einladung nach Troisdorf folgte aus Neunkirchen-Seelscheid Horst Lang, der im vergangenen Jahr auf 50 Jahre Mitgliedschaft in der SPD zurückschauen konnte.

 

Sebastian Hartmann, MdB und Horst Lang (rechts im Bild), Foto: Galinsky


In seiner Ansprache warf Sebastian Hartmann einen Blick auf die Zeit von 1960 bzw. 1970. Dabei erinnerte er auch an das damalige Rollenverständnis der Frau. Eine Frau durfte erst ab 1962 ein eigenes Bankkonto eröffnen und bedurfte z.B. bis 1977 der Genehmigung des Ehemannes, um einen Beruf auszuüben. Erst nach 1969 wurde eine verheiratete Frau als geschäftsfähig angesehen.
Deshalb war es für mich auch weniger verwunderlich, dass an der Veranstaltung am 07.11.2021 ausschließlich – neben Horst Lang – rund zwanzig weitere männliche Parteimitglieder teilnahmen.

Auch ein Blick in die Akten der Nachkriegszeit verrät, dass erstmals in einer Niederschrift vom 17.11.1946 Genossinnen erwähnt wurden. D.h. der Ortsverein wurde ausschließlich von Männern gegründet. Drei Jahre später am 04.12.1949 wird Frau Schwarze zur „vorläufigen II. Vorsitzenden“ des Ortsvereins gewählt. Dem Parteivorstand gehörten bis dahin nur Genossen an.
Heute werden in der SPD grundsätzlich alle Gremien durch Frauen und Männer je zur Hälfte besetzt.