Katholisch als Auswahlkriterium?

Veröffentlicht am 28.01.2009 in Kommunalpolitik

GG Artikel 4 (1): Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.“

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

was bedeutet der obige Artikel des Grundgesetzes für Sie?

Für mich bedeutet er, dass ich in der Wahl meiner Religion frei bin und meinen Glauben, so wie ich es möchte, leben darf. Das heißt für mich aber auch, dass mir durch meine Konfessionszugehörigkeit keine Steine in den Weg gelegt werden dürfen.

Nun fragen Sie sich sicherlich, warum ich Ihnen ausgerechnet diesen Grundgesetz-Artikel zitiere.

In der Vergangenheit haben wir häufiger über die Aktivitäten rund um das Antoniuskolleg berichtet und dazu Stellung bezogen. Wir haben uns für den Erhalt des AK unter der Trägerschaft der Salesianer stark gemacht, denn die Salesianer haben „ihre Schule“ selber finanziert!

Ende letzten Jahres wurde dem Rat der Gemeinde vom Bürgermeister mitgeteilt, dass der Malteser Orden die Trägerschaft für das Gymnasium übernehmen würde.

Die Bedingung: die Gemeinde hat die kompletten finanziellen Aufwendungen für die Sanierung oder den Neubau des Gymnasiums zu tragen.

Wie vielleicht einige von Ihnen wissen, ist für die Malteser eine wesentliche Grundlage der Erziehung „das im katholischen Glauben wurzelnde christliche Menschenbild".

Und jetzt frage ich Sie: Wären mit dieser Missionsarbeit auf Kosten der Gemeinde alle einverstanden?

Wir haben daher in der Ratssitzung am 22.1.2009 einen Antrag eingereicht, wonach zu überprüfen ist, inwieweit eine interkommunale Zusammenarbeit mit Much und Ruppichteroth möglich ist, um ein Gymnasium zu finanzieren und allen Schülern einen ortsnahen Schulstandort anzubieten.

Doch die Haltung des Bürgermeisters und seiner CDU war eindeutig: Das Antoniuskolleg ist als christliche Einrichtung zu erhalten!

Begründung: ein privates Gymnasium erhält die Attraktivität dieser Gemeinde (was wir auch nicht abstreiten möchten) und gleichzeitig brauchen wir ein Kriterium nachdem die Schüler dieser Gemeinde ausgewählt werden sollen. Und das soll ausgerechnet die Religionszugehörigkeit sein!!!

Was bedeutet das für Sie? Sie bezahlen Steuern! Mit Ihren Steuergeldern wollen der Bürgermeister und seine CDU ein Gymnasium für einen katholischen Orden sanieren oder neu bauen!

Wir fordern, dass eine von der Gemeinde finanzierte Schule, für alle Kinder unabhängig von der Religion zugängig sein muss, insbesondere dann, wenn keine ortsnahen Alternativen zur Verfügung stehen.

Ich wünsche Ihnen jedenfalls, ganz egal welchen Glauben Sie haben, ein schönes und erholsames Wochenende!

Nicole Männig
Pressesprecherin der SPD Neunkirchen- Seelscheid

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