Was wäre, wenn ...

Frauenpolitik


Rola Khalaf, Ratsmitglied

Haben Sie sich schon Gedanken darüber gemacht, was wäre, wenn in Deutschland Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts *  nicht auf die Straße gegangen wären, um ihr Wahlrecht zu bekommen?

Was wäre, wenn sie nicht ihr Recht auf Erwerbstätigkeit, ohne Erlaubnis des Ehemannes, erkämpft hätten?

Was wäre, wenn sie die (noch bestehende) Diskriminierung und Ungleichbehandlung - ohne jeglichen Widerstand – hingenommen hätten?

Ja, unsere Gesellschaft wäre nicht so bunt und kreativ, wie sie heute ist und wir haben noch nicht alles erreicht, um sie gerechter zu gestalten.

Mütter, Lehrerinnen, Erzieherinnen, Ärztinnen, Verkäuferinnen, Reinigungspersonal, Altenpflegerinnen und viele andere Berufe, die dazu einen besonderen sozialen Wert haben und ca. 70% weltweit von Frauen ausgeübt werden.

Gerade in der schweren Pandemiezeit hat es sich bestätigt, wie viele Frauen mit ihrer Beteiligung für den Zusammenhalt der Gesellschaft beigetragen haben, jedoch in vielen Bereichen immer noch weniger, für die gleiche Arbeit, als ihre männlichen Kollegen verdienen! Dies führt dazu, dass Frauen meistens weniger Rente bekommen und sind somit von Armut im Alter stärker bedroht.

Familie und Beruf unter einem Hut zu bringen, ist für viele Frauen eine große Herausforderung. Auch wenn sie diese Aufgaben meistern, wurde ihre Herausforderung in Corona-Zeiten noch anspruchsvoller; Homeoffice, Homeschooling, Haushalt und vielleicht noch die Pflege von Angehörigen dazu.

Wahnsinn, was diese Energiebündel alles schaffen!

 

Es hat sich Einiges bewegt und getan, dank der vielen mutigen Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt, jedoch es ist noch nicht alles, denn im Vergleich zu Frauen in anderen Ländern geht es uns sehr gut.

Wir fühlen mit Frauen und Mädchen in Kriegsgebieten, wie im Jemen, Afghanistan, die Frauen in Myanmar (Rohingya) und in Palästina und viele andere, die in Stille leiden. Plötzlich und unerwartet werden ukrainische Frauen mit ihren Kindern aus den Häusern gerissen und teilen das Schicksal anderer Vertriebener. Auch mit ihnen fühlen wir am Weltfrauentag und beten für sie, dass dieser Alptraum für sie schnell vorbeigeht.

Ich persönlich wünsche mir, ich könnte Kriege auf der ganzen Welt beenden, Nahrungsmittel gerechter verteilen und ein Lächeln bei Betroffenen auf deren Gesichter malen.


 *Wahlrecht für Frauen zur Nationalversammlung erstmalig am 19.01.1919