Wer rettet die Gemeindebücherei in Seelscheid?

Veröffentlicht am 25.11.2016 in Kommunalpolitik

Bei der Diskussion, wie der Büchereistandort Neunkirchen erhalten werden
kann, wird nicht berücksichtigt, dass die Büchereien in Neunkirchen und in
Seelscheid ein (!) System bilden.

Unsere Gemeinde muss sparen, da sie am Stärkungspakt teilnimmt und bis
2021 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen muss. Demnächst geht unsere
einzige Diplom-Bibliothekarin in den Ruhestand, ihre Stelle soll nicht mehr
nachbesetzt werden. Da unsere Büchereien dann nicht mehr fachlich geleitet
sind, sind sie nicht mehr der Onleihe Rhein-Sieg angeschlossen, d.h.
Büchereinutzer können dort keine eBooks, ePaper, eAudios und eVideos mehr ausleihen. Außerdem können keine Fördermittel mehr beim Land beantragt werden und bereits gezahlte Mittel für unterschiedliche Projekte müssen unter Umständen zurückgezahlt werden.
Sollten zukünftig nur noch ehrenamtliche bzw. geringfügig Beschäftigte in den Büchereien arbeiten, sind auf Dauer das gute Angebot und der umfangreiche Service nicht zu halten, da die fachliche Anleitung fehlt.
Der Online-Katalog verzeichnet bisher den Medienbestand beider
Büchereistandorte. Nutzer können in dem Katalog vor Ort oder von zu Hause aus recherchieren, sie können online verlängern, vormerken und haben so die Möglichkeit, Medien aus beiden Standorten in „ihrer Bücherei“ auszuleihen. Es gibt einen gemeinsamen Bestandsaufbau, d.h. viele Medien müssen nicht doppelt angeschafft werden. Die fachliche Leitung arbeitet bisher abwechselnd an beiden Standorten, um hierdurch eine gleich gute Qualität zu gewährleisten.
Wenn für Neunkirchen nur eine Lösung außerhalb der kommunalen
Trägerschaft gefunden wird, dann kann letzten Endes auch die
Familienbibliothek in Seelscheid nicht erhalten werden.

(Der abgedruckte Text wurde uns von Frau K. aus Neunkirchen-Seelscheid für eine Veröffentlichung freigegeben.)

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