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Der Weltfrauentag am 08.März 2021

Frauenpolitik


Anne Vogel

Der internationale Weltfrauentag geht auf die Forderungen der Arbeiterinnenbewegung vor mehr als 100 Jahren zurück. Millionen von Frauen gingen für die Gleichberechtigung, für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße. Beim ersten offiziellen internationalen Frauentag 1911 wurde für das aktive und passive Wahlrecht für Frauen demonstriert.

Der im Grundgesetz verankerte Artikel 3 besagt, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind.

Die durch die Corona-Pandemie verursachte Krise trifft Frauen besonders hart. Gewerkschaften weisen darauf hin, dass sich die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen verschärft. Vor allem in den sogenannten systemrelevanten aber auch unterbezahlten Berufen sind Frauen von Einkommenseinbußen durch Kurzarbeit bis hin zur Arbeitslosigkeit betroffen. Frauen schultern seit einem Jahr die Hauptlast in den vielfältigen Familienmodellen. Studien besagen einen Rückgang der Erwerbsarbeit von Frauen zugunsten der unbezahlten Care-Arbeit/Homeschooling. Die derzeitige Rollen- und Arbeitsverteilung führt dazu, dass Frauen durch die Doppelbelastungen und Gleichzeitigkeit vielfältiger Aufgaben an ihre emotionale Belastungsgrenze kommen. Die neuen Stressfaktoren und die psychischen Belastungen sind ungleich verteilt – Frauen stehen unter dem Druck, eine gute Mutter zu sein und beruflich erfolgreich zu sein. Trotz steigender Erwerbsfähigkeit der Frauen hat offensichtlich bisher kein tatsächlicher Rollenwechsel stattgefunden. Für eine geschlechtergerechte Veränderung müssen die Anreize, die zu einer ungleichen Verteilung der Care-Arbeit führen, beseitigt werden.

Die ökonomischen Konsequenzen der Pandemie, die bei Ausgangsbeschränkungen fehlenden Entlastungsmöglichkeiten entladen sich im sozialen Nahraum in Gewalt. Für Frauen stehen zu wenig Schutzmöglichkeiten und zu wenig Frauenhausplätze zur Verfügung. Die Aufgabe einer solidarischen Gesellschaft wird zukünftig sein, die Rahmenbedingungen mit Wirtschaft und Politik dahin gehend zu verändern, systemrelevante Berufe besser zu bezahlen, geringfügige Beschäftigungsverhältnisse abzubauen. Denn auch bezahlte Care-Arbeit wie z.B. in der Alten- und Behindertenhilfe sowie in der Krankenpflege wird überwiegend von Frauen geleistet und nicht angemessen bezahlt.

Die Realität zeigt, dass Rollenbilder und die Aufgabenverteilung in Zusammenhang mit der Chancenungleichheit im Beruf stehen. Frauen arbeiten in schlecht bezahlten Berufen, unterbrechen häufiger als Männer ihre Erwerbstätigkeit wegen Kinderbetreuung und Pflege, haben geringere Aufstiegs- und Karrierechancen.

Der internationale Aktionstag Equal Pay Day am 10.03.2021 machte auf den bestehenden Gender-Pay GAP – auf die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen – aufmerksam.