Terminkalender:

Alle Termine öffnen.

07.02.2021, 11:40 Uhr - 31.12.2021, 23:59 Uhr Allgemeine Hinweise
Das Sitzungsende der folgenden Termine muss aus technischen Gründen in dieser Übersicht angegeben werd …

25.10.2021, 19:00 Uhr - 21:30 Uhr Fraktion

26.10.2021, 18:00 Uhr - 19:00 Uhr Rechnungsprüfungsausschuss
Die Sitzung wurde abgesagt und findet nicht statt!

Alle Termine

 

Vorsicht! Scharf!

Veranstaltungen

Am 19.10.2008 präsentierte die SPD im Kunsthaus Seelscheid das Duo Roswitha Dasch (Violine, Gesang) und Ulrich Raue (Piano, Gesang) mit ihrem Programm „Die Pfeffermühle“.

Es ging um das politische Wirken der Erika Mann, dem ersten Kind von Thomas Mann. Sie eröffnete am 1.Januar 1933 in München mit ihrem Bruder Klaus ein politisches Kabarett. Ihre Programme richteten sich von Anfang an gegen das NS-Regime. Therese Giehse, die Dritte im Bunde, verlieh in vielen Sketchen, mit bitterbösen Gedichten und hintergründigen Liedern den Programmen den „gepfefferten Charme“. Schnell wurden die Aufführungen unter „Polizeischutz“ gestellt, sodass das Ensemble bereits am 13.03.1933 nach Zürich ins Exil ging. Die Staatsbürgerschaft wurde ihr als „geistiger Urheberin der deutschfeindlichen Pfeffermühle“ 1935 aberkannt.

Nachdem ihre dreijährige Ehe mit Gustaf Gründgens bereits 1929 geschieden wurde, heiratete Erika Mann 1935 den homosexuellen Dichter Wystan H. Auden, dem sie zuvor nie begegnet war und erlangte so die britische Staatsbürgerschaft. 1936, nach 1.034 zumeist gut besuchten Aufführungen in sieben Ländern Europas, verlässt Erika Mann die Schweiz und beginnt 1937 in New York mit dem englischsprachigen Programm „The Peppermill“. An ihre europäischen Erfolge kann sie in USA jedoch nicht anknüpfen. Mit ihrem Bruder berichtet sie aus dem Spanischen Bürgerkrieg. 1938 erscheint ihr Bestseller „Zehn Millionen Kinder“, ein Pamphlet über die Kindererziehung im NS-Regime. Während des Zweiten Weltkrieges arbeitet sie im deutschsprachigen Programm der BBC, als Korrespondentin englischsprachiger Zeitungen und berichtet für die amerikanische Armee aus verschiedenen Kriegsgebieten. Sie beobachtet als einzige Frau die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse. 1947 beginnt die Zusammenarbeit zwischen Thomas Mann und seiner Tochter. Sie wird seine engste Vertraute. Sie überlebt ihren Vater um vierzehn Jahre und stirbt 1969 ebenfalls im Kantonsspital in Zürich.

Innerhalb eines abwechslungsreichen Programms brachten Roswitha Dasch und Ulrich Raue die Dramatik und politische Tragweite der dreißiger Jahre dem Publikum nahe. Dies gelang sowohl durch ernste Texte wie auch durch humoristische Elemente. Ironie und Witz bewahrten sich auch große Künstler wie Erika Mann im Exil und setzten sie bewusst als Mittel der politischen Auseinandersetzung ein.