Debakel an der Bake (überarbeiteter Beitrag)
Wolfgang Maus

Regenrinne sorgt für berechtigten Ärger

 

In einem mit zeitlicher Verzögerung dem Gemeinderat zugeleiteten Bürgerantrag ging es um eine zur Ableitung von Niederschlagswasser „Im Stegesgarten“ eingebaute Querrinne. Die Rinne sorgt wegen ihres tiefen Einbaus für Verdruss und Ärger bei den Anliegern. Beklagt wurde, dass gehbehinderte Personen keine Chance hätten, die Rinne ohne Helfer zu überqueren.

 

Die Querrinne war von der Verwaltung eingebaut worden, um die Niederschläge in den seitlichen Kanalgully ableiten zu können. Eine vormals dort mit Gitterroste überdeckte Rinne habe zu höherem Unterhaltungsaufwand geführt. Der tiefere Sinn der hier gewählten Ableitung erschließt sich nicht. Bei Starkregen lassen sich die Wassermassen ohnehin nicht in die nur im oberen Straßendrittel eingebaute Rinne zwängen. Nach ersten Protesten aus der Anliegerschaft, hält das Straßenverkehrsamt des Kreises die nur dreizeilig ausgeführte Mulde straßenverkehrsrechtlich zwar für zulässig, ordnete aber dennoch die Aufstellung von Warnbaken an.

 

Finanzielle Entlastung für Familien
Rola Khalaf, Ratsmitglied

Auf Antrag der SPD-Fraktion sollen Familien in Neunkirchen-Seelscheid finanziell entlastet werden.

Seitens der Verwaltung wurde deshalb für die Ratssitzung am 06.04.2022 nun eine Neuberechnung der Beiträge für die Offene Ganztagsschule/OGS und die außerschulische Betreuung "7-14 Uhr" vorgelegt, die in beiden Fällen eine Beitragsreduktion bis 25.000 € und im Bereich der OGS bis 70.000 € Jahresbruttoeinkommen vorsieht.

 

Die Inanspruchnahme von außerschulischen Angeboten im Rahmen der Offenen Ganztagsschule im Primärbereich stellt ein freiwilliges Angebot der Gemeinde bzw. des Schulträgers dar. Auch die Kommunen und Eltern leisten zusätzlich einen Beitrag zur Finanzierung dieser Betreuung in ihren unterschiedlichen Formen - nach dem regulären Schultag und in den Schulferien.
 

Sonnige Zeiten
Wolfgang Maus

Fachausschüsse diskutieren über nachhaltige Energiegewinnung

In zwei Sitzungen der vergangenen Woche war die Nutzung der erneuerbaren Energie das bestimmende Thema.
Die Selbstverpflichtung der Gemeinde zur Klimaneutralität bis 2035 erfordert Umsetzungsstrategien auf allen Ebenen. Im Ausschuss für Umwelt Mobilität und Energie wurde der CDU-Antrag diskutiert, die Bürgerschaft zur Benennung von großflächigen Bereichen für Flächenphotovoltaik und Windenergie aufzurufen. Aus der umfangreichen Verwaltungsvorlage wurde aber deutlich, dass hierzu einige planungsrechtliche Hürden überwunden werden müssen.

Kindertagesstätte und Bicester Park: warum nur in schwarz-weiß denken?
Karin Jagusch, Ratsmitglied

Seit über 12 Jahren bin ich im Familienausschuss bzw. seit der Kommunalwahl 2020 im Sozialausschuss, da ich auf Grund meiner Berufserfahrungen in verschiedenen sozialen Bereichen, hier am besten mitreden kann. Als gelernte medizinisch- technische Assistentin (MTA) habe ich u.a. in der Pflege, in der Betreuung von Menschen mit Behinderung und die letzten zwei Jahre als Inklusionshelfer in einer KiTa gearbeitet. Es gab seitdem kein Jahr, in dem wir in Neunkirchen-Seelscheid ausreichend KiTa-Plätze hatten. Auch jetzt geht es im Ausschuss wieder um Abhilfe von diesem Mangel. Es soll eine neue Kita in Seelscheid oberhalb des Bicester-Parks gebaut werden. Das war eigentlich auch alles schon so gut wie klar und auch der zuständige Jugendhilfeausschuss hat in seiner Sitzung am 10. März 2022 seine Zustimmung erteilt. Doch dann kam es im Rat im Zuge politischer Beratung zu Diskussionen, die darin gipfelten, dass von dem Bau der Kindertagesstätte an dieser Stelle abgesehen werden soll, damit der Park in seiner vollen Größe erhalten bleibt. Das macht mich fassungslos.

Gerade die Außenspielfläche ist für Kinder in diesem Alter sehr wichtig, um ihrem Bewegungsdrang gerecht werden zu können.

Was wäre, wenn ...
Rola Khalaf, Ratsmitglied

Haben Sie sich schon Gedanken darüber gemacht, was wäre, wenn in Deutschland Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts *  nicht auf die Straße gegangen wären, um ihr Wahlrecht zu bekommen?

Was wäre, wenn sie nicht ihr Recht auf Erwerbstätigkeit, ohne Erlaubnis des Ehemannes, erkämpft hätten?

Was wäre, wenn sie die (noch bestehende) Diskriminierung und Ungleichbehandlung - ohne jeglichen Widerstand – hingenommen hätten?

Ja, unsere Gesellschaft wäre nicht so bunt und kreativ, wie sie heute ist und wir haben noch nicht alles erreicht, um sie gerechter zu gestalten.

Mütter, Lehrerinnen, Erzieherinnen, Ärztinnen, Verkäuferinnen, Reinigungspersonal, Altenpflegerinnen und viele andere Berufe, die dazu einen besonderen sozialen Wert haben und ca. 70% weltweit von Frauen ausgeübt werden.

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